
Es gibt Spiele, über die man gerne berichtet. Und es gibt Spiele, bei denen man eigentlich gar nicht so recht weiß, wo man anfangen soll.
Das Stadtderby beim SSV Kaldauen gehört leider eindeutig zur zweiten Kategorie.
Nach Jahren trafen beide Mannschaften endlich wieder in der Kreisliga B aufeinander. Und Stadtderbys sind besonders. Da geht es nicht nur um drei Punkte. Da geht es um Einsatz, Leidenschaft, Zweikämpfe und darum, von der ersten Minute an zu zeigen, dass man dieses Spiel unbedingt will.
Genau das haben wir an diesem Sonntag vermissen lassen.
Kaldauen war von Beginn an wacher, giftiger und konsequenter. Bei uns dagegen fehlte nahezu alles, was es für ein Derby braucht.
Zu wenig Zweikampfverhalten. Zu wenig Bewegung. Kein konsequentes Aufrücken, kaum tiefe Läufe und insgesamt viel zu statisch. Dazu eine Körpersprache, die nicht zu einem Stadtderby passte.
Dass wir ersatzgeschwächt angetreten sind, darf dafür keine Ausrede sein. Gerade in einem Derby müssen Einsatz, Leidenschaft und Wille stimmen. Da muss Feuer drin sein. Unabhängig davon, wer auf dem Platz steht.
Nach dem 0:2 brachte Philipp uns per Handelfmeter noch einmal auf 1:2 heran. Nach einer deutlichen Halbzeitansprache und einer Gelb-Roten Karte für Kaldauen war eigentlich alles angerichtet, um noch einmal zurückzukommen. Stattdessen fiel das 1:3.
Eddy verkürzte noch einmal auf 2:3. Danach brachen endgültig alle Dämme.
Am Ende stehen sechs Gegentore und zwei völlig unnötige Gelb-Rote Karten in der 81. und 85. Minute. Eine wegen einer Schwalbe, die andere wegen Schubsens. Auch das gehört zu diesem Nachmittag und muss klar angesprochen werden. Wenn es fußballerisch nicht läuft, dürfen Haltung und Disziplin nicht auch noch verloren gehen.
Einige STVer waren nach Kaldauen gekommen, um unsere Mannschaft bei diesem besonderen Derby zu unterstützen. Sie hätten einen anderen Auftritt verdient gehabt. Dabei geht es nicht darum, einzelne Spieler herauszupicken. So ein Spiel gewinnt und verliert eine Mannschaft gemeinsam. Und genauso muss sie es gemeinsam aufarbeiten.
Nach Jahren wieder ein Stadtderby und dann so ein Auftritt: Das tut weh.
Positiv: Angenehme und faire Spätsommeratmosphäre in Kaldauen neben dem Platz. Bei leckerer Bratwurst, Pommes und kühlen Getränken. TOP!
Am kommenden Sonntag wartet Hellas Troisdorf an der Jahnstraße auf uns.
Auf, auf STV!


