
Drei Klassen Unterschied, ein Landesligist mit voller Kapelle und ein Pokalabend unter Flutlicht. Der TuS Oberpleis reist als Favorit an. Doch der STV hält von Beginn an dagegen.
Wir stehen kompakt, machen die Räume eng und wollen nach Ballgewinn schnell umschalten. Auf dem Niveau bleibt dafür ungefähr so viel Zeit wie für einen zweiten Gedanken: Sobald du das Leder am Fuß hast, ist der Gegnerdruck da. Da musst du eigentlich schon wissen, was du mit der Murmel machst. Leicht gesagt, wenn der nächste Oberpleiser schon im Anflug ist.
Trotzdem lassen wir nicht viel zu. Natürlich kommt der Favorit zu Chancen, auch Torjäger Nikolas Klosterhalfen. Aber mal ist ein Abwehrbein dazwischen, mal ist Marc zur Stelle. Zur Pause steht es 0:0. Der STV macht Oberpleis das Leben richtig schwer.
Auch nach dem Wechsel sind wir sofort da. Dann klären wir den Ball zur Ecke. Die wird auf den kurzen Pfosten gezogen. Kopfballduell, Pingpong, Rücken, Tor. Der Ball sucht sich seinen Weg ins Netz wie eine Flipperkugel. Ein klassisches Kacktor. Ärgerlich, aber an solchen Tagen braucht der Ball manchmal keinen schönen Spielzug, sondern einfach einen Rücken.
Oberpleis will nachlegen, kann aber nicht. Ein Pfostentreffer und Marc verhindern den zweiten Gegentreffer. Der STV bleibt dran und hat vorne selbst noch die Chance auf den Lucky Punch. Noah bringt einen Freistoß leider nicht scharf genug in den Strafraum, Philipp kommt noch zu einer halben Chance.
Für Gesprächsstoff ist auch neben dem Spiel gesorgt. Beim Handspiel des Oberpleiser Torhüters kurz vor Ende außerhalb des Strafraums bleibt der Pfiff der Schiedsrichterin aus. Zwei Tätlichkeiten bleiben ebenfalls ungeahndet. Der Linienrichter schaut dabei offenbar gerade in die andere Richtung.
Am Ende scheiden wir knapp aus. Oberpleis kommt weiter, muss dafür aber ordentlich arbeiten. Gegen einen souveränen Landesligaaufsteiger, der aktuell im Mittelfeld steht und mit voller Kapelle antritt, verkauft sich der kleine STV richtig teuer. Eine starke Leistung, auf die wir stolz sein können.
Jetzt heißt es: Pokal abhaken. Sonntag wieder: Kerngeschäft. Beim SV Menden (15 Uhr) müssen wir in der Kreisliga B genauso bereit sein.
Auf, auf STV!


